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Hommage

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Ein Hommage auf ein weltweit erfolgreiches Show-Taschendiebpaar:

Gentleman Jack & Majlis
„Die flinkesten Hände der Welt”

„Gentleman Jack“ alias Tommy Iversen und seine stilvolle, elegante und glamouröse Frau Majlis waren zwei einzigartige Persönlichkeiten, meine Lehrmeister und Mentoren, die mir über einen längeren Zeitraum bis zum Herbst 1984 die edle Kunst des Taschendiebstahls beibrachten.

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Links: Zirkus-Plakat aus Holland 
Rechts: Bekanntem Werbe-Foto von Gentleman Jack & Malis

Zum Artisten geboren
Tommy „Gentleman Jack“ Iversen (30.04.1921–18.11.1984) ist in der dänischen Hafenstadt Randers geboren. Er wuchs in einer Artistenfamilie auf, die zu einer reisenden Schaustellertruppe gehörte; der Vater war Steilwandfahrer und die Mutter trat als Schlangendompteuse auf. Tommys frühe Karriere im Showbusiness begann Mitte der 1930er Jahre genau in diesem Jahrmarktmilieu, als Rubini, der Direktor von „Rubinis Varieté“, dem jungen Mann Arbeit anbot. Hier durchlief er in den folgenden Jahren eine harte Schule. Er erwarb sich die elementaren Fertigkeiten aus der Welt der Schausteller, Artisten und Varietékünstler. Er war schon bald eine Art Tausendkünstler und trat mit gerade mal 18 Jahren als Jongleur, Clown, Bauchredner, Akrobat und Manipulator auf. Während dieser Jahre bei „Rubinis Varieté“ kam er zum ersten Mal mit der Welt der Zauberkünste in Berührung und sein Interesse an Taschenspielertricks wurde geweckt.

Aber bevor Tommy seinen großen Durchbruch hatte und zum „Gentleman-Dieb Jack Atkins“ wurde, musste er sich noch einige Jahre als Zauberkünstler und Jongleur sein Brot verdienen. In den ersten Jahren seiner Showbusiness-Karriere war die Jongleurnummer Tommys Hauptattraktion. Während eines Engagements als Jongleur im schwedischen Vergnügungspark Liseberg begegnete Tommy 1943 zum ersten Mal Majlis, indem er sie buchstäblich mit einem Jonglierball traf – wodurch es zwischen Tommy und dem eleganten Mannequin Majlis sofort funkte. Tommy stahl Majlis auf den ersten Blick das Herz, noch bevor sie dessen gewahr wurde …

Bald nach dieser ersten Begegnung begann die aus Oskarshamn in Schweden gebürtige Majlis Iversen (28.6.1919―13.10.1990, mit Mädchennamen Maja-Lisa Karlsson) als Assistentin in Tommys Jongleurnummer mitzuarbeiten. Tommys Stil als Jongleur war jedoch allzu schnell für Majlis; sie hatte Schwierigkeiten, während des Auftritts mit ihm Schritt zu halten. Eines Abends zog ein anderer Artist Tommy beiseite und riet ihm, sich entweder eine andere Partnerin zuzulegen oder als Jongleur aufzuhören. Nun war für Tommy guter Rat teuer; er hielt sich an den Wahlspruch: „In der Not lernt die nackte Frau spinnen – und der Mann lernt stehlen.“ In seinem Fall siegte die Liebe, denn sie lehrte ihn stehlen.

Taschendieb durch Zufall
In der Tat war es Majlis zu verdanken, dass Tommy zufällig zum „Show-Taschendieb“ wurde.
Eines Tages, in der Abwesenheit von Tommy, kam der Varieté- und Artistenagent der beiden zu Besuch und fragte Majlis: „Könnt ihr vielleicht etwas Neues bringen? Jongleure und Zauberkünstler gibt es nämlich wie Sand am Meer!“ Worauf Majlis prompt entgegnete: „Na klar können wir das“, und flugs hatten sie und der Agent sich geeinigt, dass Tommy von nun an, und zwar bereits beim nächsten Engagement, als Taschendieb Atkins auftreten würde.

Als Tommy heimkam, war der Agent schon gegangen, und Majlis erzählte ihm gleich, dass sie mit dem Agenten einen Karrierewechsel für Tommy und sich selbst beschlossen hatte, der darauf hinauslief, dass sie demnächst eine Taschendiebnummer auf die Bühne brächten. Tommy entgegnete: „Wie hast du dir das vorgestellt? Wie kriege ich das hin? Ich habe noch nie jemanden als Taschendieb auftreten sehen.”

Worauf Majlis einfach sagte: „Früher bist du doch mit Taschenspielerei und Kartentricks aufgetreten und hast jeden Abend allerlei Kunststücke aufgeführt – zum Beispiel mit einem Kartenspiel, das ein Helfer aus dem Publikum mischen durfte, woraufhin du ihm die Karten in die Taschen gezaubert und später von dort wieder hervorgeholt hast. Du musst ihm die Karten doch in die Taschen gesteckt haben, bevor du sie wieder herausfischen konntest. Warum nicht auch gleich eine Brieftasche angeln?“

Gesagt, getan. Diese Methode wurde für Tommy und Majlis zum ersten Arbeitsprinzip einer ganzen Reihe von Taschendiebtricks. In dem Buch „How to Pick Pockets“ von Eddie Joseph fand Tommy weitere gute Tipps und Ideen, um seinen neuen Auftritt erfolgreich zu einer kompletten Nummer ausbauen zu können.

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Gentleman Jacks „Eddie Joseph Buch“ aus dem Jahr 1940

Erfolg in aller Welt
1948 hatten Tommy und Majlis ihre neue Nummer „Der ehrliche Taschendieb“ einstudiert und waren startklar. Bereits im Jahr darauf, 1949, ergatterten sie das erste längere, solide Engagement mit dem Taschendiebstahl als Hauptattraktion beim schwedischen „Cirkus Astoria“, wo sie unter den anglisierten Namen „Jack and May Atkins“ auftraten. Nach diesem Durchbruch hatten sie großen Erfolg mit neuen Engagements in den seinerzeit führenden Zirkussen, Varietés, Vergnügungsparks und Nachtclubs in ganz Skandinavien und im übrigen Europa.

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Werbe Fotos von Gentleman Jack & Majlis, aus den frühen 1950er Jahren

1950 kam es zu einem weiteren langen Engagement für das junge Taschendiebpaar. Für Tommy war es eine Art Heimspiel, da er nun mit seiner Majlis und der neuen Taschendiebnummer erstmals in Dänemark auftreten konnte. Es war ein Job beim „Cirkus Moreno & Reinsch“, der sich fabelhaft entwickelte und als einer der führenden dänischen Zirkusse seiner Zeit galt. Hier wurden Tommy und Majlis unter dem Titel „König der Taschendiebe – Der ehrliche Taschendieb Gentleman Jack“ präsentiert.

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Zeitungsanzeige und Plakat aus dem Jahr 1950 in Dänemark

Auf die Sommersaison beim Cirkus Moreno & Reinsch folgte eine lange Periode mit Engagements in Restaurants, Varietés, Volks- und Vergnügungsparks im gesamten skandinavischen Raum und auf dem Kontinent. Unter anderem ging das Paar 1952 mit der legendären Malmstentruppe auf Tournee und war auch Hauptattraktion einer schier endlosen Reihe in- und ausländischer Shows, so z.B. im Lorry, Kopenhagen – Valencia, Kopenhagen – Århushallen in Århus – Kitkat in Horsens (Dänemark) – Club de L’Étoile, Den Haag (Niederlande) – Jaarbeurs, Utrecht (Niederlande) – Varieté Prater, Kopenhagen – Scala Theater, Gent (Belgien) – Casino Amsterdam (Niederlande) – Caramella, Amsterdam – Cabaret Parisiana, Brüssel – Ambassadeur, Aalborg (Dänemark).

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VALENCIA Programm vom Januar 1958

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Gentleman Jack & May Inserat in das Artist Magazine – ECHO 1953
ECHO ltd. Unabhängige internationale berufliche Zirkus und Varieté Journal

1955 hatten Tommy und Majlis wieder ein Zirkus-Engagement – diesmal in Irland beim John Duffy & Sons Circus. Tommy „Gentleman Jack“ und Majlis waren die ersten, die in Irland je in einer Taschendiebshow auftraten. Anschließend gab es jahrelange Engagements bei Zirkussen in aller Welt und bei internationalen Showproduktionen, mit denen sie auch in Länder wie Argentinien, Australien, Japan, Mexiko, Neuseeland und Südafrika kamen. In Südafrika wurde sogar ein fünfjähriges Engagement beim Boswell Circus daraus.

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Zirkus-Plakat von Irland 1954

Nach den vielen Jahren auf dem afrikanischen Kontinent setzte sich die fantastische Artistenkarriere in Fernost fort, wo die beiden in reisenden Showproduktionen mitwirkten und in fashionablen Hotels auftraten. Über eine längere Reihe Jahre ging das elegante Entertainerpaar ganze fünf Mal in Asien auf Tournee.

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Plakat und Programm-Flyer aus den 1970er Jahren in Asien

In den Pausen zwischen den Asien-Tourneen hielten sich Tommy und Majlis hauptsächlich in Skandinavien und im übrigen Europa auf, wo man sie in Fernsehshows, im Zirkus, in Vergnügungsparks und in dänischen Sommerrevuen erleben konnte – u.a. im Kronprinsen in Malmö, im Tivoli Friheden (Århus), Sans Souci (Kolding), Cirkus Revyen im Vergnügungspark Dyrehavsbakken (bei Kopenhagen) und in der Nykøbing F. Revyen; an den letzteren zwei Stätten unter Leitung von Volmer Sørensen als Revuedirektor. Außerdem kamen zwei Sommerrevue-Saisons in der Holstebro Revyen hinzu, damals unter Ernst Trillingsgaard als Revuedirektor.

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Programmheft vom Sans Souci – Kolding, Dänemark 26 Varieté-Show 1976

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Varieté Lorry Programm „LORRY-POST“ vom September 1972 Kopenhagen, Dänemark

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Varieté Lorry Programm „LORRY-POST“ vom Juli 1973 Kopenhagen, Dänemark

Soweit sie im Übrigen nicht als Entertainer auf dem Kreuzfahrtschiff „SS Statendam“ der Holland-Amerika-Linie die Meere durchpflügten, traten Tommy und Majlis in zahlreichen Zirkussen auf. Um ein paar Beispiele zu nennen: Chipperfield’s Circus, Hippodrome Circus, Belle Vue Circus, Circo Price de Madrid, Cirkus Berny, Sirkus Sariola, Cirkus Ray Miller, Robert Bros. Circus und Circus van Bever in den Niederlanden, wo sie für ganze zwei Saisons die Hauptattraktion waren.

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Gentleman Jack vor den Plakaten von „Circo Price de Madrid“

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Links: Zirkusplakat von 1969
Rechts: Zirkusplakat von 1953

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Zirkus Programm von 1964/65

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Zirkus Programm von 1969

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Zirkus Programm von Süd-Afrika 1953

Der Durchbruch in England
Der prestigeträchtigste und aufsehenerregendste Auftritt für Tommy „Gentleman Jack“ und Majlis war sicherlich ihr Beitrag zu einer britischen Fernsehsendung mit dem berühmten TV-Moderator David Frost zum Thema Kriminalität.

David Frost hatte Tommy gebeten, den etwa 150 Zuschauern, die als Studiopublikum geladen waren, unbemerkt so viel wie möglich zu stehlen. Tommy bestahl also die Gäste, als sie ins Studio hereinkamen, nach Strich und Faden – er klaute Uhren, Brieftaschen, Ausweise, Zigarettenschachteln, Brillen und andere persönliche Gegenstände. Ganz, wie es seine Art war.

Ein Weilchen nach dem Beginn der Sendung fragte David Frost das Publikum: „Wie viele von den Anwesenden sind einem Taschendieb zum Opfer gefallen?“ Nur wenige Studiogäste hoben die Hand. David Frost fragte einen Mann, der ganz nah bei Tommy saß: „Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ Das konnte der gute Mann natürlich nicht; er war sehr überrascht, dass seine Uhr verschwunden war.

Ein anderer, auf den eine große Überraschung wartete, war Tommy selbst, nämlich als er erfuhr, dass alle Studiogäste Polizisten und Kriminalbeamte von Scotland Yard mit ihren Ehefrauen waren. David Frost hatte Tommy in der Absicht eingeladen, ihn vor laufender Kamera auffliegen zu lassen, was aber nicht gelang. Dieser Auftritt in der beliebten Fernsehshow war ein Riesenerfolg, der Tommy und Majlis wie durch einen Zauberschlag in ganz England berühmt machte.

hommage13Warnung vor echten Taschendieben
Zu Tommys Spezialitäten in seiner gesamten, langen Karriere zählte es, für Polizisten und Kriminalbeamte in den besuchten Ländern Seminare abzuhalten. Bei diesen Gelegenheiten zeigte und demonstrierte Tommy die Tricks und Methoden der kriminellen Taschendiebe.

Gentleman-Jack-Hommage--(24)In allen Großstädten rund um die Welt, in denen Tommy sein Seminar veranstaltete, berichteten gleichzeitig auch alle Zeitungen gern über ihn. Er gewann also mengenweise Publicity und Überschriften wie: „Der gerissenste Taschendieb, den man je gesehen hat“, „Geschicktester Taschendieb außerhalb von Gefängnismauern“, „Bester Taschendieb der Welt“, „Tommy ist der ehrlichste Taschendieb auf Erden“, „Ein Gentleman besucht unsere Stadt“; „Tommy Iversen ist ein Aristokrat unter den Taschendieben“, „Der Taschendieb, der Kriminalbeamte zum Narren hält“ usw.

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Taschendieb Gentleman Jack in die Presse

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Taschendieb Gentleman Jack in der Presse

hommage15Gentleman-Jack-Hommage--(29)Ein echter Gentleman
Tommy inspirierte viele seiner Freunde und Kollegen durch seinen klassischen englischen Gentleman-Stil, den er im Lauf der Jahre als weltweit bekanntes Markenzeichen entwickelte. Seine Nummer diente vielen neuen Artisten in der Branche als Vorbild.

Es heißt, ein Artist habe 10 bis 15 Sekunden, um die Sympathie des Publikums zu gewinnen, wenn er auf die Bühne tritt. Tommy brauchte dank seiner humorvollen, gemütlichen, warmherzigen und freundlichen Ausstrahlung nur 5 Sekunden. Er war ein echter Meister darin, seinen Auftritt spielend leicht erscheinen zu lassen. Er besaß auch eine einzigartige Fähigkeit, die Helfer, die er aus dem Publikum auf die Bühne holte, sich in seiner Gesellschaft entspannt und sicher fühlen zu lassen, sodass sie genauso viel Spaß hatten wie die Zuschauer im Saal – er wusste freilich, dass sie zu seinem Erfolg etwas ganz Wesentliches beitrugen.

Tommy war auch mit einem Talent für Fremdsprachen gesegnet. Er konnte Sprachen fabelhaft aufschnappen und seine Publikumshelfer daher in mindestens acht Sprachen manipulieren, einschließlich Finnisch, Niederländisch, Japanisch und Portugiesisch.

Tommy wurde dem Namen „Gentleman Jack“ auf der Bühne buchstäblich gerecht, indem er jederzeit auf angenehme und liebenswürdige Weise dafür sorgte, dass die von ihm „bestohlenen“ Publikumshelfer (die niemals „Stooges“, also keine heimlichen Mitarbeiter waren) bescheiden und respektvoll behandelt und nicht lächerlich gemacht wurden. Die Leute, die aus dem Publikum auf die Bühne oder in die Manege zu Tommy kamen, nannte er stets seine Kunden. Es war ihm auch vollauf bewusst, dass er ohne die Hilfe seiner Zuschauer und der Bereitschaft einiger, auch auf der Bühne mitzuwirken, niemals einen Auftritt gehabt hätte.

Der freigebige Dieb
Tommy, der zu den ersten Bühnen-Taschendieben der Welt zählte, war auch einer der wenigen, die andere in der Welt der Zauberkunst an ihrem großen Wissen und ihren Geheimnissen gern teilhaben lassen. Das geschah u.a. durch Seminare in ganz Skandinavien und in England, wo er Schüler hatte. Tommy war ein Taschendieb von Format und gleichzeitig ein freigebiger Mensch, der anderen jederzeit gern half. Man kann wahrhaft sagen, er war der Dieb, der lieber gab als nahm.

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Gentleman Jack’s „Spielkarten Reklame gimmicks

Gentleman-Jack-Hommage  (15)Ein glückliches Paar
Nach einem langen Leben im Showbusiness, davon 36 Jahre zusammen mit Majlis als Partnerin auf der Bühne wie auch privat, beendeten Tommy „Gentleman Jack“ & Majlis im Herbst 1979 ihre professionelle Artistenkarriere als Taschendiebstahl-Showkünstler. Das elegante dänisch-schwedische Entertainerpaar war bis zu diesem Zeitpunkt in über 40 Ländern rund um die Welt aufgetreten. Fast überall waren sie in den 50er, 60er und 70er Jahren die Hauptattraktion der seinerzeit führenden in- und ausländischen Varietés, Cabarets, Nachtclubs, Zirkusse und Revue-Shows, wo sie als die edelsten Taschendiebe mit den Beinamen „Die flinkesten Hände der Welt“, „Aristokrat unter den Taschendieben“ und „Dänischer Taschendieb-König“ bekannt waren.

Der Grund, aus dem Tommy und Majlis ihre überaus aktive und lange Karriere mit den fantastischen Engagements rund um die Welt beendeten, lag in Tommys Herzkrankheit. Feste Basis des Paares wurde nun das gemeinsame Zuhause am Von Lingensväg in Malmö – ein Ort, wo Majlis und Tommy sich beide gut eingelebt hatten und wo sie nach einem langen Globetrotter-Dasein glücklich wohnen konnten. Überall, wo Tommy erschien, machte er Freude mit seiner überaus positiven Lebenseinstellung und dem Lieblingsspruch „Es geht‘s uns doch gut!“.

In der Zeit nach 1979 gab es noch eine Anzahl Gastauftritte in Fernsehshows und bei Zauberkongressen, bis Tommy schließlich am 18. November 1984 mit nur 63 Jahren der Herzkrankheit erlag, mit der er seit längeren Jahren zu kämpfen hatte. Seine Umgebung und vor allem er selbst waren sich bewusst (gewesen), dass er auf gestundete Zeit lebte.

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Majlis & Tommy „Gentleman Jack“ Iversen mit dem Zirkusplakat von Süd-Afrika

Nur wenige Jahre nach Tommys Tod endete am 13. Oktober 1990 auch Majlis’ Leben nach längerer Krankheit. In den vielen Jahren, die sie rund um die Uhr gemeinsam hatten verbringen können, waren sie ein glückliches Paar, das auf den vielen, weiten Reisen unglaublich viel zusammen erlebte. Ohne Majlis hätte Tommy nicht sein können, was er war, sowohl im Hinblick auf das professionelle Zusammenspiel auf der Bühne als auch im Privatleben.

Die Beliebtheit von Gentleman Jack
Tommy war weit und breit beliebt, auch nach seinem allzu frühen Tod. Der populäre dänische Rocksänger Kim Larsen schrieb zu seinen Ehren den Song „Gentleman Jack“. Kim Larsen kannte Gentleman Jack nicht persönlich, aber er ließ sich zu dem Song durch den Nachruf inspirieren, der im Februar 1985 im „Artisten“, dem Mitgliedsblatt des dänischen Artistenverbandes, erschien. Kim Larsen erlaubte sich also, die Wirklichkeit ein wenig zu „verzaubern“ – ungefähr so, wie Gentleman Jack es ein Artistenleben lang getan hatte –, aber mit Hochachtung und Faszination für die Artistenbranche und ihre originellen Persönlichkeiten.

Der Song „Gentleman Jack“ war eine Nummer in der „Cirkus-Himmelblå”-Vorstellung und wurde während der gesamten Sommer-Konzerttournee im Zirkuszelt 1985 von Kim Larsen selbst gesungen. Seine beiden Gauklerfreunde Leif Sylvester und Erik Clausen boten auf der Bühne während der Aufführung des Songs mehrere Zaubertricks dar.

2006 sollte sich erneut zeugen, dass Gentleman Jack und Majlis zwei herausragende Persönlichkeiten waren. Da erschien nämlich der erste, auf Englisch verfasste Roman von Ulf Mörling, „The Godmother“ (auch auf Dänisch erhältlich).

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Links: Die Titelseite vom U.Mörling Buch
Rechts: Foto von Christer Robertsson, Schweden 1974

Ulf Mörling war früher Nahostkorrespondent und leitender Redakteur führender europäischer Zeitungen; u.a. war er in den 1980er Jahren bei großen schwedischen Tageszeitungen beschäftigt. Das Buch „The Godmother“ ist ein Werk der Belletristik, in dem alles erfunden ist – jedoch mit Ausnahme der Tatsache, dass es sowohl Gentleman Jack als auch seine Frau Majlis wirklich gegeben hat.

Nicht nach dem Whisky benannt
Hat sich Gentleman Jack nach dem gleichnamigen Whisky benannt? Nein, eher umgekehrt! Tommy „Gentleman Jack“ Iversen bereiste auf seinen Tourneen von 1949 bis 1979 die Welt. Jack Daniel’s Whiskybrennerei in Tennessee (USA) führte ihr Produkt „Gentleman Jack“ erst am 30. September 1988 vor 1000 speziell geladenen Gästen auf dem amerikanischen Markt ein. Alle Gäste konnten sich überzeugen, dass „Gentleman Jack Whiskey“ ein Luxuswhisky von Jack Daniel’s ist, der sich durch feinen, sanften Stil auszeichnet – genau wie der weltberühmte Taschendieb Gentleman Jack.

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Links: Einer von vielen bekannten Gentleman Jack Action-Werbe Foto
Rechts: Berühmte Werbe-Fotos von Gentleman Jack & Majlis


Mein Dank für Fotos, Plakate, Zeitungsausschnitte usw. geht an:
Gertrud & Christer Nilsson, Sveriges Magi-Arkiv www.magiarkivet.se
Joakim Berglund, Bilder i syd AB, Sweden www.bilderisyd.se
Jörgen Börsch, Dänemark
Henrik Christensen, Dänemark
Björn „Henriko“ Gammals, Finnland
Henk van den Berg, Niederlande
Cirkusmuseet www.cirkusmuseum.dk


Pressespiegel – Gentleman Jack:
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Fotos – Gentleman Jack:
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